"Aushilfen" ab 1.1.2019

 

 
SOZIALVERSICHERUNG


GERINGFÜGIG
€ 446,81/Mo.1)

 NORMALFALL

LOHN-STEUER

 

  NORMALFALL

    
                LSt normal
 +   1,3 % UV2)
 + 16,4 % DG-Abgabe2) 
                      
wenn Summe aller 
                Geringfüg.> 670,22/Mo
 + 1,53 % MVK
                wenn > 1 Monat

     
     LSt normal


 + Vollversicherung SV


 + 1,53 % MVK
    wenn > 1 Monat

 
  BEGÜNSTIGT
 
wenn vor übergehend 
  beschäftigt, dh
  ≤ 1 Woche
  + körperliche Arbeit
  + max. 55,-/Tag od 220,-/Wo

       
       2   % LSt
 +   1,3 % UV2)
 
+  16,4 % DG-Abgabe2)
                wenn Summe aller
                Geringfüg.> 670,22/Mo

    2 % LSt

 + Vollversicherung SV

 
 
STEUERFREI3) und von DB, 
  DZ, KommSt befreit
2017 -
  2019, wenn
  ► ausschließlich für zusätzli-
     chen Arbeitsanfall in Stoßzeiten
     oder für Ersatz eines ausgefal-
     lenen DN
  ► und noch kein DV mit diesem
      AG besteht
  ► und DN bereits bei anderem
      AG vollver­sichert ist
  ► und max 18 Tage/Jahr,
      wenn AG auch keine anderen
      Aushilfskräfte an mehr als 18
      Tagen/Jahr beschäftigt

                 LSt-frei

 + 14,12 % DN-Beitrag4) 
                  pauschal ab 2018
 
+   0,5 % AK ab 2018
 +   1,3 %  UV2)
 
+ 16,4 % DG-Abgabe2)
                       
wenn Summe aller  
                Geringfüg.> 670,22/Mo

Nicht möglich, da geringfügige Beschäftigung Voraussetzung für Steuerfreiheit ist.

 

 

  1. Geringfügigkeitsgrenze: Seit 2017 gibt es nur mehr eine monatliche Geringfügigkeitsgrenze. Vollversicherungspflicht tritt daher nur dann ein, wenn ein Dienstnehmer aus einem oder mehreren Beschäftigungsverhältnis­sen ein Entgelt bezieht, das den vor­aus­sichtlichen Grenzbetrag von € 446,81 überschreitet. Achtung: falls DN länger als 1 Monat beschäftigt ist, fallen zusätzlich 1,53 % MV-Beiträge an. Näheres zur Anwendung der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze und der Abgrenzung fallweiser, tageweiser Beschäf­tigung von befristetem DV < 1 Naturalmonat und von unbefristetem DV siehe Arbeitsbuch Oberlaa 2017 S 128, Artner in PV-Info 1/2018, DGservice September 2017 der WGKK.

  2. DG-Abgabe und UV ... betragen für geringfügig beschäftigte Arbeiter/Angestellte/freie Dienstnehmer: 16,4 % DGA + 1,2 % UV = 17,6 % zu zahlen 1x jährlich, wenn Summe der geringfügigen Entgelte > € 670,22/Monat;  

    Für DN ab dem 60. Lebensjahr und ab 2018 für steuerfreie Aushilfen in Stoßzeiten entfällt die UV von 1,2 %, obwohl diese selbstverständlich unfallversichert bleiben; gilt nur für solche "Stoßzeiten-Aushilfen" die daneben nach dem ASVG vollversichert sind.
  3. Die Steuerfreiheit gem § 3 Abs 1 Z 11 lit a EStG ... betrifft nicht nur den Lohn­steuerabzug sondern bleibt auch im Zuge einer nachfolgenden Veran­la­gung aufrecht. Im Ergebnis bleiben die Bezüge der Aus­hilfskraft steuerfrei, obwohl sie beim Arbeit­ge­ber zu gewinn­mindernden Be­triebs­ausgaben führen. Ungeachtet dessen hat der Ar­beit­ge­ber dem Finanzamt einen Lohnzettel gem § 84 EStG zu übermitteln, der diese steuerfreien Bezüge enthält; sa Rz 71a LStR idF War­tungs­erlass 2016. Näheres zu dieser Steuerbefreiung siehe Arbeitsbuch Oberlaa 2017 S 129.

  4. Dienstnehmer überschreitet aufgrund mehrerer geringfügiger Beschäftigungen die Geringfügigkeitsgrenze:
    DN zahlt selbst DN-Anteil: Dienstnehmer und freie DN → 14,12 % KV + PV
    Mitglieder der Arbeiterkammer zusätzlich Arbeiterkammerumlage  →   0,50 % AK

    Dies gilt auch bei Ausübung einer geringfügigen Beschäftigung neben einer ASVG-Vollversicherung. Der Pauschal­beitrag gem § 53a Abs 3 ASVG wird von der GKK direkt dem Dienstnehmer im Folge­jahr vorgeschrieben. Eine geringfügige Beschäftigung, die neben einer nach dem GSVG versiche­rungs­pflichtigen Tätig­keit ausgeübt wird, verursacht keinen DN-Anteil, da die Anwendung der Gering­fügigkeitsgrenze auf Beschäftigungsverhältnisse be­schränkt ist.

    Ab 2018: Dienstnehmer ist steuerfreie Stoßzeiten-Aushilfe und überschreitet insgesamt die Geringfügigkeits­grenze, da er ja bereits daneben vollversichert ist:

    Für steuerfreie Aushilfen, die neben dem geringfügigen DV bei einem anderen AG voll­versichert sind, hat der Arbeit­geber gem § 53a Abs 3b ASVG idF SVÄG 2016 vom 18.1.2017 den DN-Beitrag in Höhe von 14,12 % und 0,5 % AK einzu­behalten und abzuführen, statt dass diese Beiträge dem Dienstnehmer nach­träg­lich von der GKK vorge­schrie­ben werden.

    Achtung: § 3 Abs 1 Z 11 lit a EStG und § 53a Abs 3 ASVG harmonieren nur bedingt. Der Einbehalt und die Abfuhr des SV-Dienstnehmerbeitrages von 14,12 % ist nur für solche steuerbefreiten Aushil­fen vorgesehen, die daneben ein anderes nach ASVG vollversicherungspflichtiges Dienst­ver­hält­nis haben und nicht bei einer anderen zB nach GSVG versicherungspflichtigen selbständigen Erwerbs­tätig­keit.

    Außerdem ist die Steuerfreiheit im EStG derzeit befristet bis 2019 vorgesehen, während die Sonder­regelung im ASVG bis 2020 gelten soll.


 


Gewährleistung: Bitte haben Sie Verständnis, dass wir für unsere (hier naturgemäß nur kurz gefassten) Hinweise und Berechnungen keine Gewähr übernehmen können. Verantwortungsvolle Beratung muss alle Umstände des Einzelfalles beachten!

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