Familienhafte Mitarbeit in Betrieben

Durch einen Auftritt im Fernsehen wurde vor einiger Zeit eine Pensionistin aus Rauris als "Wutoma" bekannt. Wütend machte sie die Tatsache, dass Kontrollorgane ihre geringfügige Mithilfe im Hotelbetrieb ihrer Tochter, der sie diesen Betrieb vor einigen Jahren übertragen hat, als sozial­versicherungspflichtiges Dienstverhältnis einge­stuft haben.   

Wenn in einem Betrieb Ehepartner, Kinder oder andere Verwandte mitarbeiten, so stellt sich die Frage, ob diese „Mitarbeit“ ein Dienstverhältnis darstellt oder ob diese „Mitarbeit“ auf familien­hafter Mithilfe beruht. Je nach Sachverhalt kann ein echtes Dienst­verhältnis vorliegen, das auch für steuerliche Zwecke Anerkennung findet oder es liegt  nur eine unentgeltliche familienhafte Mitarbeit vor, die keine Lohnabgaben und insbesondere keine Sozialversiche­rungs­pflicht auslöst.   

Ausgelöst durch den öffentlichen Protest der Pensionistin aus Rauris, haben die Wirtschaftskammer Österreich, das Finanzministe­rium und der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ein Merkblatt zu diesem Thema erstellt.

Dieses hält fest, dass es im Einzelfall darauf ankommt, wie die tatsächlichen Verhältnisse aussehen und welche Vereinbarung getroffen wurde. Insbesondere kommt es darauf an

Grundvoraussetzung für familienhafte Mitarbeit ist, dass die Tätigkeit unentgeltlich ausgeübt wird, wobei geringfüge Entschädigungen zB Fahrtkostenersätze etc unschädlich sind.

Je weiter der Betriebsinhaber und der mitarbeitende Angehörige verwandt sind, desto eher wird ein steuerliches und sozialversiche­rungs­pflichtiges Dienstverhältnis vorliegen. Zur Vermeidung ungewollter Konsequenenzen und unangenehmer Diskussionen mit Finanz und Sozialversicherung ist es empfehlenswert, in allen Fällen der Mitarbeit durch eine kurze schriftliche Vereinbarung zu dokumentieren, was gewollt ist. Rufen Sie uns bitte an, wenn Sie dazu Fragen haben. Wir senden Ihnen gerne die das Merkblatt und eine Mustervereinbarung zu.  


Gewährleistung: Bitte haben Sie Verständnis, dass wir für unsere (hier naturgemäß nur kurz gefassten) Hinweise und Berechnungen keine Gewähr übernehmen können. Verantwortungsvolle Beratung muss alle Umstände des Einzelfalles beachten!