Gewinnfreibetrag macht Lust …

… auf Investitionen. Denn die Steuerersparnis für bestimmte Investitionen ist so hoch, dass diese im besten Fall zu 100 % vom Finanzamt bezahlt werden. Wer wird da nicht investieren? Die Höchstgrenze für begünstigte Investitionen beträgt 13 % bis zu einem steuerlichen Gewinn von € 175.000,-; darüber hinaus sinkt der Prozentsatz sukzessive - siehe unten.

Welche Investitionen sind begünstigt?

Alle Investitionen in körperliche abnutzbare Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer und Behaltedauer von mindestens vier Jahren. Dazu gehören zB Büromöbel, Computer und sogar die Herstellung von Gebäuden. Auch die Anschaffung von Wohnbauanleihen ist begünstigt. Nicht gefördert werden PKW und Kombi, gebrauchte Wirtschaftsgüter, sofort abgesetzte geringwertige Wirtschaftsgüter und einige wenige andere.

Die Wirkungsweise des Gewinnfreibetrages soll an nachfolgenden Beispielen dargestellt werden:

AngabenFall A  Fall B 
Steuerlicher Gewinn     20.000,-    130.000,-
Grundfreibetrag ohne Investition 13 % von max 30.000,-      -2.600,-     - 3.900,-
Investitionsbedingter Freibetrag,
falls entsprechend investiert wird z.B. in Büromöbel
            -0,-    -13.000,-
Gewinn nach Freibetrag daher     17.400,-   113.100,-
Einkommensteuer-Progression       35 %        50 %
Steuervorteil daher 35 % von 2.600,- bzw. 50,0 % von 16.900,-         910,-       8.450,-
zuzüglich Steuervorteil durch Abschreibung (Afa)             0,-       6.500,-
Summe Steuerersparnis daher        910,-    14.950,-

Geltendmachung und allfällige Nachversteuerung des Freibetrages: Der durch Investitionen bedingte Freibetrag wird letztendlich in der Steuererklärung des betreffenden Jahres geltend gemacht. Zuvor haben jedoch ganz bestimmte und detaillierte Aufzeichnungen zu den Investitionen und zum Freibetrag zu erfolgen. Scheidet ein Wirtschaftsgut bereits innerhalb von vier Jahren wieder aus dem Betriebsvermögen aus, kommt es insoweit zu einer Nachversteuerung des Freibetrages.

Der Gewinnfreibetrag (GFB) beträgt: 

Gewinn
         %     
zuzüglich = max. GFB
                                          0,- bis   175.000,-      13 %       Null     22.750,-
                              175.001,- bis   350.000,-        7 %   10.500,-     35.000,-
                              350.001,- bis   580.000,-          
    4,5 %   19.250,-     45.350,-
                              580.001,- bis …        ---         ---

    45.350,-

Beispiel: Gewinn z.B. € 250.000,- Der höchstmögliche Gewinnfreibetrag beträgt € 28.000,-, das sind € 250.000,- x 7 % = € 17.500,- zuzüglich € 10.500,-.

Darin ist der sogenannte Grundfreibetrag von € 3.900,- bereits enthalten, das sind 13 % der ersten € 30.000,-, die auch ohne Investitionen steuerfrei bleiben.

Anschaffungen, für die Sie in den vergangenen Jahren einen Gewinnfreibetrag in Anspruch genommen haben, müssen vier Jahre lang im Betriebsvermögen verbleiben. Andernfalls käme es zu einer Nachversteuerung des Freibetrages. Sind diese vier Jahre allerdings vergangen, können zB Wertpapiere wieder verkauft werden, ohne dass dies Auswirkungen auf den konsumier­ten Freibetrag hätte. Denken Sie daher daran, spätestens im Jänner 2017 Wertpapiere aus 2012 zu veräußern, außer Sie möchten diese aus Ansparüberlegungen heraus weiter behalten. 

Zusammenfassung und Empfehlungen: Wer den Gewinnfreibetrag nicht nutzt und entsprechend investiert, der lässt bares Geld liegen. Sofern keine sinnvollen betrieblichen Investitionen möglich sind, sollten entsprechende Wertpapiere (Wohnbauanleihen) angeschafft werden. Bitte fragen Sie uns unbedingt; die diesbezüglichen Bestimmungen sind im Detail höchst komplex.


Gewährleistung: Bitte haben Sie Verständnis, dass wir für unsere (hier naturgemäß nur kurz gefassten) Hinweise und Berechnungen keine Gewähr übernehmen können. Verantwortungsvolle Beratung muss alle Umstände des Einzelfalles beachten!