Meldepflicht der Banken für Kapitalabflüsse > € 50.000,-

Wer ist zur Meldung von Kapitalabflüssen verpflichtet?

Was versteht man unter Kapitalabfluss?

  1. Auszahlung und Überweisung von Sicht-, Termin- und Spareinlagen,
  2. Auszahlung und Überweisung im Rahmen der Erbringung von Zahlungs­diensten oder iZm Verkauf von Bundesschätzen,
  3. Übertragung von Eigentum an Wertpapieren mittels Schenkung im Inland. Schenkung ist laut Erlass nicht zivilrechtlich zu verstehen; betroffen sind Depotübertragungen mittels freier Lieferung – ausgenommen bloße Eigenüberträge,
  4. Verlagerung von Wertpapieren in ausländische Depots

Was enthält die Meldung?

Zusammenrechnung von offenkundig verbundenen Zahlungen;

das sind Trans­aktionen, die in einem einzigen Vorgang hätten abgewickelt werden können, die aber – aus welchen Gründen auch immer – gesplittet wurden. Solche verbundene Transakti­onen sind meldepflichtig. Der Erlass zur Durchführung des Kapitalabfluss-Meldegesetzes präzisiert die Zusammenrechnung: "Um zufällige Vorgänge, die zusammengerechnet die Betrags­grenze von € 50.000,- überschreiten würden, von offenkundig verbundenen Vorgängen, die meldepflichtig sind, systematisch abgrenzen zu können, ist bei der Zusammenrechnung wie folgt vorzugehen:

 1. Zusammenrechnung aller im Quartal demselben Konto/Depot angelastete

 a) Überweisungen zugunsten desselben Empfängerkontos (IBAN) zwischen € 10.000,- und € 49.999,99
 b) Barabhebungen zwischen € 10.000,- und € 49.999,99
 c) Depotüberträge zugunsten desselben Depots (selbe Depot Nr) im Wege der freien Lieferung im Wert zwischen € 10.000,- und € 49.999,99 

2. Alle angeführten Transaktionen werden in jeder Kategorie a), b) und c) gesondert zu­sam­men­­­gerechnet. Ergibt die Zusammenrechnung einer Kategorie einen Betrag von mindestens € 130.000,-, erfolgt die Meldung des Gesamtbetrages dieser Kategorie spätestens am letzten Tag des auf das Quartal folgenden Monats.

Sind Eigenüberträge meldepflichtig?

Eigenüberträge sind NICHT meldepflichtig, das sind Überträge von Privat­konten auf Privatkonten oder von Depot zu Depot desselben Eigentümers bei derselben Bank. Meldepflichtig sind hingegen, oben angeführte Überträge desselben Eigentümers auf eine andere Bank, und Übertragungen von Privatkonten auf Geschäftskonten.

Was passiert mit den Meldungen?

Diese Meldungen werden wie sonstige Kontrollmitteilungen in die elektro­nische Dokumentationeingestellt. Verwendung für Zwecke der Betrugs­bekämpfung: Abgleich mit den sonstigen Daten im Abgabenakt des Steuerpflichtigen und für damit iZ stehende allgemeine Aufsichtsmaßnahmen, Nachschauen und Betriebsprüfungen des Finanzamtes.

 


Gewährleistung: Bitte haben Sie Verständnis, dass wir für unsere (hier naturgemäß nur kurz gefassten) Hinweise und Berechnungen keine Gewähr übernehmen können. Verantwortungsvolle Beratung muss alle Umstände des Einzelfalles beachten!