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Wie es begann

30 Jahre Seminar Oberlaa

 

Geleitwort in der Jubiläumsausgabe des Arbeitsbuches Oberlaa 2009

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe SeminarteilnehmerInnen!

Wissen Sie noch, was Sie im März 1979 gemacht haben? Jeder von uns weiß zumindest in groben Umrissen, wie sein Leben damals etwa ausgesehen hat. Jedenfalls waren wir alle um 30 Jahre jünger als heute. Im März 1979 fand zum ersten Mal die Mitarbeiterschulung Oberlaa in der Kurhalle Oberlaa statt.

Wie es begann

Das legendäre 2. Abgabenänderungsgesetz 1977 brachte damals die Volksseele zum Kochen, denn es ging erstmals - wirksam ab 1978 - dem betrieblich genutzten PKW an den Kragen. Unter dem Motto „Da sollte man doch etwas machen“ wurde Ende 1978 von Maximilian Hackl gemeinsam mit Eberhard Wobisch und Franz Burkert, dem damaligen Präsidenten der ÖGWT und der KWT, die Idee einer breit angelegten Schulungsveranstaltung dazu geboren. Natürlich standen auch andere aktuelle Themen auf der Tagesordnung.

Die Idee dahinter war,

praxisnahe Themen zu bringen, die in kurzen Beiträgen von Praktikern gestaltet wurden. Der Vortrag sollte durch eine Arbeitsunterlage unterstützt werden und durch verständliche Sprache und abwechselnd vortragende Referenten belebt werden. Natürlich sollte auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen. Damals ahnte keiner von uns, dass dieses Vortrags-Modell über so viele Jahre hindurch umgesetzt werden sollte.

Ein Foto aus 1979

liegt nicht mehr vor. Der Erfinder des Seminars Max Hackl war bei der ersten Veranstaltung im Februar 1979 erst 43 Jahre alt, Eberhard Wobisch war 33 Jahre und Günther Hackl - als jüngster im Team - gerade einmal 23 Jahre alt. Das nachfolgende Foto, das diese drei Vortragenden der ersten Stunde zeigt, stammt jedoch erst aus ca 1982.

Vortragende 1982

 

Das Arbeitsbuch Oberlaa

Im Laufe der ersten 15 Jahre des Seminars entwickelte sich aus einem Skriptum zur Unterstützung des Vortrags eine Arbeitsunterlage, die immer umfangreicher und aufwändiger wurde. Schließlich war ein - mit großem Zeiteinsatz erarbeitetes - Ausmaß erreicht, bei dem die Autoren beschlossen, die Unterlage in Zukunft Arbeitsbuch zu nennen. Das sollte einerseits die Hochwertigkeit der Unterlage zum Ausdruck bringen und andererseits jede Verwechslung ausschließen, insbesondere mit Skripten, die „nur“ aus zusammenkopierten Powerpoint Folien bestehen. Ziel wurde es mehr und mehr, mit dem Arbeitsbuch nicht nur eine Vortragsunterlage zu verfassen, sondern ein Nachschlagewerk für die Praxis, in dem man einzelne Dinge auch Jahre später noch nachvollziehen kann. Heute findet man das Arbeitsbuch Oberlaa auf Schreibtischen vom Burgenland bis zum Bodensee.

Maximilian Hackl

war als brillanter Vortragender und analytisch denkender Mensch natürlich die Säule des Seminars. In der Vorbereitung vermittelte er uns, seinen Co-Referenten immer genau, was er haben wollte und waren seine diesbezüglichen Ansprüche überaus hoch. Sein Humor und seine Gabe, die Dinge auf den Punkt zu bringen, waren unvergleichlich und haben viele SeminarbesucherInnen zu seinen Fans werden lassen. Auch gegenüber den Damen und Herren der Finanzverwaltung, zu denen er ausgezeichnete Kontakte pflegte, traf er immer den richtigen Ton. Sozusagen „auf Augenhöhe“ und dennoch hart in der Sache.

Referententeam

Es ist naheliegend, dass in einem Zeitraum von 30 Jahren zumindest vereinzelt Referenten ausgeschieden sind oder neu dazu kamen. Alles ohne größeres Aufsehen. Als jedoch im April 2002 Maximilian Hackl bei einer Besprechung im Finanzministerium plötzlich und unerwartet verstarb, war guter Rat teuer. Wie sollten wir nur ohne ihn weiter machen? Und sollten wir überhaupt weiter machen? Alles andere wissen Sie ja. Es war Eberhard Wobisch, Günther Hackl, Johannes Herrmann und der Tochter von Max Hackl, Gabriele Hackl, ein Anliegen, das Seminar fortzusetzen. Auch wenn niemand von uns Max Hackl ersetzen konnte, wollten wir doch versuchen, die dahinter stehende Idee weiter zu tragen und um zu setzen. Heute, also 7 Jahre danach, sind wir froh, diese Herausforderung angenommen zu haben.

Übersiedlung ins Austria Center

Seit 2006 findet das Seminar Oberlaa im Austria Center Vienna statt. Da die Kurhalle Oberlaa als Veranstaltungshalle geschlossen wurde, mussten wir zwangsläufig ausweichen. Etwas merkwürdig mag es klingen, dass das Seminar noch immer „Oberlaa“ heißt, nur weil es früher viele Jahre dort stattfand. Da aber die Besucher überwiegend richtig assoziieren, was sie unter diesem Namen beim Seminar erwartet, haben wir die Marke beibehalten; und wer weiß denn heute schon so genau, wo das Seminar in den kommenden Jahren stattfinden wird?

Organisation

Zu einem gelungenen Seminartag gehört auch eine ausgeklügelte und engagiert durchgeführte Organisation. Herrn KR Berthold Leonard ist dafür herzlich zu danken, dass er das Seminar mit seinem Team seit der ersten Stunde, somit seit 30 Jahren, organisatorisch mit großem persönlichen Einsatz und mit beachtlichem Know-How hervorragend betreut.

Zukunft

Es bereitet uns große Freude, zu sehen, dass und wie sehr diese Veranstaltung auch nach 30 Jahren angenommen wird. Dafür bedanken wir uns herzlichst bei Ihnen, unseren SeminarbesucherInnen und versprechen Ihnen, mit vollem Einsatz weiter zu machen. Wie es aussieht, werden uns der Gesetzgeber, das BMF, der UFS und der VwGH auch in Zukunft mit zahlreichen interessanten Themen versorgen.

Im Namen des Teams         
Ihr Günther Hackl und Ihr Eberhard Wobisch